Resistance || Widerstand

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Resistance

A few days ago I wrote about difficulties I have with a specific person, causing ongoing challenging circumstances at work. (Please read here for more.) I received a lot feedback on it, per comment and email. Thank you for that. I concluded my last post saying “…there is no reason to whine about it. The real interesting question is: why am I still holding on to a job like this?”

It is a natural instinct to avoid unpleasant situations and danger. We rather quit that situation and run away. But what if “running away” is no option? Certainly, I received advises such as “We always have a choice.” True, generally I’d always state the same. I can choose to run away. Or I can choose to stay in the situation. I agree, we always have a choice. But what if our options do not really leave us with a true choice?!

This job I’m having since I’m a single mother is challenging. It always has been like that. I have to admit, I thought about quitting repeatedly. If I can’t change anything, sure, quitting might be the best bet. In my situation it is no option. Being a single mom I am limited to a specific time frame, plus I’m not as flexible. My number one priority always is the family and not my job. I am offering work experience and knowledge, but I definitely can not compete with the drive and hunger of younger generations. I am working to secure the income for my family and for some security and stability. Nothing more nothing less. This job I’m having is secure and it’s paying the bills. So far most other jobs are less paid, have unsuitable working hours, are far away…

I know mothers who are working full time, because they can’t do a suitable job. It is the system that makes it hard to keep up, once you are a little bit different. And family life simply is not as relevant anymore than back in the days. Speaking of the system, yes, in Germany you probably can live on welfare and do good if you know how to take advantage of the system. Instead of allowing my job to push me into a burn out, this might be a better option. Still, I cant imagine myself doing that. It’s nothing about my ego, it is about the role model I wanna be for my child.

I can work, but am handicapped in a way. I’m human with very lovely package. I do have a different opinion on how my life as a mother should be like. Seems like I am the person who is not fitting in anymore. I’m not looking for a career anymore. I’m done with that. Yes, I do have a private life that I’m enjoying and that is the most important thing to me.

Thinking back and forth always brings me to the point: I have to change myself within that situation. I need to learn to deal with it, making sure it doesn’t reach me personally. I’m staying with a job that easily could push me in a burn out scenario and I still am sticking with it. I’m caught in this society where things like that are accepted.

Photo by Daniel Reche on Pexels.com

Widerstand

Vor ein paar Tagen schrieb ich über Schwierigkeiten, die ich mit einer bestimmten Person habe und die mich bei der Arbeit immer wieder herausfordert und Schwierigkeiten bereitet. (Zu dem Beitrag geht es hier…) Ich habe viel Feedback dazu erhalten, per Kommentar und E-Mail. Danke für das. Ich schloss meinen letzten Beitrag mit den Worten: “…es gibt keinen Grund, darüber zu jammern. Die wirklich interessante Frage ist: Warum halte ich immer noch an einem Job wie diesem fest?”

Es ist ein natürlicher Instinkt, unangenehme Situationen und Gefahren zu vermeiden. Wir verlassen diese Situationen lieber und rennen weg. Aber was ist, wenn “weglaufen” keine Option ist? Natürlich erhielt ich Ratschläge wie “Wir haben immer eine Wahl.” Richtig, im Allgemeinen würde ich immer das Gleiche sagen. Ich kann mich entscheiden, wegzulaufen. Oder ich kann mich dafür entscheiden, in der Situation zu bleiben. Ich stimme zu, wir haben immer eine Wahl. Aber was ist, wenn unsere Optionen für uns nicht wirklich eine echte Wahl lassen?!

Dieser Job, den ich habe, seit ich alleinerziehende Mutter bin, ist eine echte Herausforderung. Das war schon immer so. Ich muss zugeben, ich habe wiederholt darüber nachgedacht alles hinzuschmeißen. Wenn ich nichts ändern kann, ist ein Schlussstrich vielleicht die beste Wahl. In meiner Situation ist das keine Option. Als alleinerziehende Mutter bin ich auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und außerdem nicht so flexibel. Meine oberste Priorität ist immer die Familie und nicht mein Job. Ich biete Berufserfahrung und Wissen an, aber ich kann definitiv nicht mit dem Antrieb und dem Hunger jüngerer Generationen mithalten. Ich arbeite daran, das Einkommen für meine Familie und für etwas Sicherheit und Stabilität zu sichern. Nicht mehr, nicht weniger. Dieser Job, den ich habe, ist sicher und bezahlt die Rechnungen. Bisher sind die meisten anderen Jobs weniger bezahlt, haben ungeeignete Arbeitszeiten, sind weit weg …

Ich kenne Mütter, die Vollzeit arbeiten, weil sie keinen geeigneten Job machen können. Es ist das System, das es schwierig macht, mitzuhalten, sofern man ein bisschen anders ist. Und das Familienleben ist einfach nicht mehr so ​relevant, wie es früher einmal war. Apropos System, ja, in Deutschland kann man wahrscheinlich gut von Wohlfahrt leben, sofern man das System ausnutzt. Anstatt zuzulassen, dass mein Job mich in einen Burn Out treibt, könnte dies eine Notlösung sein. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, das zu tun. Es geht nicht um mein Ego, es geht um das Vorbild, das ich für mein Kind sein möchte.

Ich kann arbeiten, bin aber in gewisser Weise behindert. Ich bin ein Mensch mit sehr liebenswertem Gepäck. Ich habe eine andere Meinung darüber, wie mein Leben als Mutter aussehen sollte. Damit bin ich die Person, die nicht mehr ins System passt. Ich strebe keine Karriere mehr an. Damit bin ich fertig. Ja, ich habe ein Privatleben, das mir Spaß macht, und das ist das Wichtigste für mich.

Das Hin und Her bringt mich immer auf den Punkt: Ich muss mich in dieser Situation ändern. Ich muss lernen, damit umzugehen, um sicherzustellen, dass es mich nicht persönlich erreicht. Ich bleibe bei einem Job, der mich leicht in ein Burn Out Szenario treiben könnte. Ich halte daran fest. Ich bin in dieser Gesellschaft gefangen, in der solche Dinge akzeptiert werden.

24 Comments

  1. giulia

    Passendes Bild zum Beitrag, der übrigens wieder sehr lesenswert ist. Das braune Ei was nicht so richtig zu den anderen weißen Eiern passt. Schön sarkastisch wie ich finde. 😀
    Man kann sich die Gesellschaft zwar nicht aussuchen in der wir leben dennoch gibt es Menschen die das braune Ei zwischen all den anderen favorisieren mögen weil es das “Besondere”, das “aussergewöhnliche” in einer Welt des Gewöhnlichem ist. ❤

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  2. Sarah (mutter-und-sohn.blog)

    „It is the system that makes it hard to keep up, once you are a little bit different.“ So sad, so true… Ich denke trotzdem, liebe Sovely, dass du gerade genau den Weg gehst, im System du selbst zu bleiben. Wie du schreibst: „I have to change myself within that situation. I need to learn to deal with it, making sure it doesn’t reach me personally“. Ich denke, das tust du bereits mit einem Text wie diesem!:-) Für mich sind deine Worte wieder einmal eine Inspiration!
    Herzlich, Sarah

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    1. Sovely Matters

      Ich danke Dir von Herzen, liebe Sarah. Es sind Momente wie diese, die gut tun, ermuntern und stärken. Der Austausch mit Dir ist mir ebenso wertvoll, dankeschön. Alles Liebe, Sovely

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    1. Sovely Matters

      Das verbietet einem natürlich zu Jammern und irgendwann mag das Umfeld die Geschichten auch nicht mehr hören. Ich habe beschlossen nicht daran zu zerbrechen, ganz im Gegenteil. Ich danke Dir, liebe Niki für Deine Worte. Alles Liebe, Sovely

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  3. cheriewhite

    My heart goes out to you. Dealing with bullies isn’t easy, especially when circumstances trap us into a job that doesn’t fulfill us. Being a single mother is the hardest- I watched my mom work her fingers to the bone after she and Dad divorced. Know that you are in my thoughts and prayers. And you have my utmost respect.

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    1. Sovely Matters

      Thanks for your words, Cherie. I highly appreciate it. Let’s remain positive, I will grow and continue my way. My number one is Minime, who is dependent on me and anything will fall into place at some point. Best wishes from Germany! Yours, Sovely

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    2. cheriewhite

      You’re very welcome, Sovely! And I totally agree. Eventually, our family made it and I have no doubt that yours will too. And one day your baby will thank you for the sacrifices you make. ❤

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  4. Helen

    Liebe Sovely,
    ich kann deine Entscheidung nachvollziehen und hoffe, dass das System, in das du in diesem Fall nicht mehr passt, auch wandlungsfähig ist… Ich hab’ das Gefühl, da gibt es privat und gesamtgesellschaftlich zwei sehr entgegengesetzte Ströme, die ich jetzt mal den Karriere- (oder Wachstums-)Strom und den Balance-Strom nenne. 😀 Vielleicht kommst du dir jetzt gerade fehl am Platz vor, aber es gibt auch genug Menschen, die denken wie du. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!
    Liebe Grüße, Helen

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  5. TeteGina

    Liebe Sovely, ich bin auch alleinerziehende Mama, mit zwei wunderbaren Töchtern. Ich schreibe ja auch viel über meine “anstrengenden Tage”, die mich oft sehr belasten. Ich habe auch sehr dunkle Zeiten erlebt aber das Licht nie aus meinem Herzen verloren.

    Ich kann dich sehr gut verstehen, ich arbeite in Teilzeit (90 %) im Prinzip schon Vollzeit. Ich bin zufrieden mit dem was ich mache, ich werde gut bezahlt und kann mich an der ein oder anderen Stelle kreativ austoben. Trotzallem gibt es auch bei mir immer wieder Schwierigkeiten mit Kollegen oder Vorgesetzen und Arbeitsüberlastung.

    Ich mache niemanden dafür verantwortlich, ich glaube das das Arbeitsleben einfach so beschaffen ist, das wir Menschen so beschaffen sind. Ich versuche nur meinen Frieden damit zu finden. Ich ecke an, diskutiere, tausche mich aus und am Ende vom Tag muss ich mit einem Gefühl einschlafen können, dass ich mein Bestes gegeben habe.

    Ich sehe meine Prioritäten darin, mir und meinen Kindern ein schönes Zuhause zu geben, dafür braucht es eine finanzielle Absicherung. Mir ist das sehr wichtig, also kann ich gut damit leben bzw. ich habe meinen Frieden damit gefunden, dass es auf der Arbeit nicht immer harmonisch und fair läuft aber ich weiß ,warum ich jeden morgen aufstehe.

    Ich wünsche dir die Kraft, dich damit zu versöhnen. Es ist nicht einfach, ich weiß aber Menschen wie Du sind gesegnet.

    Alles Liebe Tete

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    1. Sovely Matters

      Liebe Tete, ich danke Dir sehr für Deine ausführliche Rückmeldung und den Einblick. das bedeutet mir viel. Vor allem kann ich mir von Deiner Aussage viel zu Herzen nehmen. Ich denke das Thema “annehmen” würde für mich so manches erleichtern. Ich versuch mir das noch mehr zu verinnerlichen, dankeschön. Auch für Dich weiterhin alles Liebe und – ich freue mich wirklich sehr über unseren Austausch! Deine, Sovely

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    2. TeteGina

      Akzeptanz ist unglaublich schwierig, manchmal denken wir dann, bin ich der Situation ausgeliefert…!? und wenn ja,vwas ist so schlimm daran, wenn ich dafür etwas ganz anderes bekomme, alles hat zwei Seiten, nichts ist meiner Meinung nach perfekt, das wäre langweilig und mit einem Stillstand verbunden….Ich habe für mich verstanden meinen Widerstand anzunehmen, er ist ein Teil von mir.
      Ich finde unseren Austausch auch sehr bereichernd…LG Tete

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  6. naturepoetrygirl

    Liebe Sovely,
    Als ich deinen abschließenden Absatz gelesen habe, überkam mich ein sehr trauriges Gefühl, ein paar Sekunden habe ich über meine Empfindung nachgedacht und musste dir dann Recht geben. Wie oft hab ich mich schon darüber geärgert, dass auf der Arbeit immer jene, die Karriereleiter emporsteigen, die es nicht verdient haben, weil sie andere kritisieren und ausstechen wollen.
    In jedem meiner Jobs gab es massive Probleme mit der Führungsebene, die nicht bemerkt hatten, wie viel Schlechtes sie im Unternehmen herbeigeführt haben.
    Viel zu oft hab ich mich gefragt, ob ich für dieses ganze Chaos im Job eventuell zu weich und zu ehrlich bin?
    Es ist die Gesellschaft – Immer Mehr, Immer Schneller, Funktioniere wie eine Maschine – wenn wir nicht mit dem Strom schwimmen, werden wir belächelt und als zu schwach abgestempelt. Ich denke, wir müssen uns auf der einen Seite eine härtere Schale zulegen und auf der anderen lernen nicht abzustumpfen und positiv zu bleiben. Das ist eine sehr schwierige Gratwanderung.
    Ich wünsche dir alles Liebe und bleib dir selbst treu!

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    1. Sovely Matters

      Liebe Rox, hab vielen lieben Dank für deine Worte. Deine Anteilnahme bedeutet mir sehr viel. Sich bei alledem nicht zu verbiegen und ändern ist ganz doll wichtig, ebenso nicht ins Jammern zu verfallen… Es gibt wohl Situationen, die man akzeptieren sollte. Als privater Menschen hat man dann wieder mehr die Chance Einfluss zu nehmen, und dass ist auch gut so. Auch Dir alles alles Liebe! Herzlichst, Sovely

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  7. markbierman

    I remember your post and once again, I’m sorry to hear that you are going through this. You make some very valid points about needing the job and it is not always easy to leave because of financial or other obligations. Please take care of yourself and I hope the situation can resolved for you soon. 🙂

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    1. Sovely Matters

      Thank you Mark, I very much appreciate your words! I have to admit I currently feel very powerful for the simple reason that I did not drown yet. Life can be very intense. Lots of love, Sovely

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