Bislang. Selbst(mit)bestimmung.

Bislang. Selbst(mit)bestimmung. ||Erste Schritte in die Politik.

Das Thema mit dem “Bislang” und “wie es früher besser war”. Das ist nun endgültig vorbei. Jetzt wird das “Heute” gelebt. Ich habe mich entschieden. Für mich. Für Minime.

Ich bin erwachsen. Für Politik habe ich mich bislang nie großartig interessiert. Es war alles immer so fern. Das, was die Politiker in Bonn und später in Berlin so treiben. Bislang. Zur Wahl gegangen?! Das ja, denn zumindest ist es schon immer ein Anliegen “gegen rechts” zu stimmen. Habe ich ansonsten von meinem Recht zur Selbst(mit)bestimmung Gebrauch gemacht?! Meinungsfreiheit?! Aktiv!? Bislang war alles das gefühlt selbstverständlich.

Als ich jung war, waren für mich große Themen “der Weltfrieden” und “die Kritik gegenüber Atommüll jeglicher Art”. Auch das eher als ein Selbstverständnis und mit den kleinen aktiven Schritten eines blauäugigen Kindes. Ich bin in mein Leben hineingewachsen und habe Jahre lang aus dem Vollen geschöpft. International. Das Leben genossen. Schwerpunkt Kultur. Genuss ja. Eigener Beitrag?! Eher passiv. Bislang.

Bislang ging es mir gut in meinem Leben. Bislang. Und dann hat sich mein Leben verändert! Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem es Zeit ist umzudenken. Ich denke. Ich frage. Ich kann es mir nicht mehr leisten blauäugig zu sein. Schluss mit dem Selbstverständnis!

“Auf zu neuen Ufern!”

Ich stelle mir Fragen:

Passt mein Leben so noch für mich?

Fühle ich mich gut aufgehoben in meinem Leben?

Was ist mir wichtig?

Was will ich weitergeben?

Was sollte ich gegebenenfalls ändern?

Und was sollte mein eigener persönlicher Beitrag sein?

Bislang?! Warum hat sich meine Einstellung geändert, von einer passiven Haltung in vorsichtige erste Schritte in die Richtung, mein Leben selbst wieder in die Hand zu nehmen?! Aktiv mitbestimmen! Und nun aber richtig. Weg mit dem “Bislang”. Rückbesinnung auf leben! Im kleinen Alltäglichen, im Hier und Jetzt.

Was diesem Prozess vorausgegangen ist: Ich bin Mama geworden. Alleinerziehend. Es ist meine eigene, aktive Entscheidung und ein Lebensweg, den ich so selbstständig für mich gewählt habe. Seither bin ich konfrontiert mit diversen Herausforderungen im Leben. Finanzielle Herausforderung. Wiedereingliederung in das Berufsleben. Der Bürokraten Dschungel, wenn man nicht der Norm entspricht, und wie schwer es einem zusätzlich gemacht wird.

Es alleine schaffen. Für mich einstehen. Mich immer wieder stark machen. Für mich selbst. Für Minime. Dann das Fragen nach Werten. Leben. Zukunft. Was möchte ich meinem Minime vermitteln, und welche Welt kann ich meinem kleinen Ich zum Leben hinterlassen?

Plötzlich ist nichts mehr so selbstverständlich, wie es früher einmal wirkte…

Ich liebte das Rock’N’Roll Leben. In vollen Zügen genießen. Große und weite Sprünge. Durchs Leben Tanzen. International. Aber mit festen Wertvorstellungen. Die eigene Kultur schätzend.

Als Mama musste schließlich ein “solider Job” her. Es ist ein langer und steiniger Weg. Hat gezerrt und mich oft mürbe gemacht. Und das tut er noch, der steinige Weg bergauf. Jetzt bin ich spießig: irgendwie. Das Rock’N’Roll Leben an den Nagel gehängt. Ich arbeite im Rathaus im Nachbarort. Quereinstieg als Kulturreferentin. Ein Sprung, der mich selbst überrascht hat. Und das, was eigentlich die solide Grundlage für das Leben als Alleinerziehende sein sollte, hat sich wiederholt als Herausforderung und Albtraum dargestellt. Und gerade darum bietet es mir die Chance die Herausforderung anzunehmen. Zu wachsen. Stärker werden. Wieder selbst bestimmt für mich eintreten. Für mich einstehen.

Bei der Arbeit erstmals über das Thema “Gleichstellung” gestolpert. Ich habe das mehr als schwierige “Vereins-Leben” erlebt. Streitkultur. Politik als Egotrip und Selbstbeweihräucherung erlebt. Anstrengend. Fern. Und doch so nah. Zu nah. Angst einflößend. Die politischen Mühlen. Politik in der Nachbarschaft. Da ist es, das mir neue Thema. Die politischen Kämpfer, anstrengend. Aggressiv. Ich habe mit Bedauern festgestellt, wie wenig sich die Menschen doch selbst noch engagieren. Und wie die Aktiven sich selbst zu wichtig nehmen. Wenn es nur noch um Selbstdarstellung geht. Wenn man lieber unschön kämpft, als das eigene Ego dem gemeinsamen Ziel hinten anzustellen.

Der öffentliche Dienst als Vorbildfunktion für das gesellschaftliche Leben?! So sollte es sein! Das habe ich damals gedacht, als ich mich für den Job entschied. Ich habe mir gewünscht, der Job würde mich in meiner besonderen Situation als Alleinerziehende “sozial auffangen.” Ich suchte die Sicherheit. Die soziale Verantwortung. Ich will einem jungen Erdbürger die Möglichkeit geben an meiner Seite groß zu werden. Sich selbst verwirklichen. Sich einbringen. Aktiv leben.

Die Realität? Ich lach mich tot. Manchmal ist mir noch nicht mal mehr nach Lachen zumute.

Burn Out. Krank. Immunsystem dauerhaft geschwächt. Die Herausforderung im Alltag ist gewachsen, die Ansprüche sind weiterhin gestiegen. Bei der Arbeit “Burn Out” erlebt. Ein Jahr Komplettausfall. Hauptursache: Überarbeitung. Ausgebrannt für den Job! Verrückt. Und nun nimmt der Job es mir das auch noch übel! Das ich ein Mensch bin. Dass ich nicht mehr uneingeschränkt funktioniere. Hey, ich bin ein Mensch! (Nur zur Erinnerung: Du auch!)

Ich überlebe. Immer wieder neu. Oft gebeutelt von den Herausforderungen des Alltags. Kräftezehrend. Ich habe mich in den Personalrat wählen lassen. Noch mehr Arbeit. Aber das Gefühl für mich einzustehen. Für andere da sein. Burn Out ist allgegenwärtig. Dennoch darf es scheinbar nicht sein. Der Alltag ist schlimm. Ich will mich einsetzen. Für mich als Kranke. Für die Anderen, um von mir zu lernen. Unterstützen. Ändern.

Festgestellt, dass sich das Leben heute geändert hat. Nichts ist mehr wie früher. Auch das Familienleben nicht. Der Alltag auch nicht. Und es gibt noch vieles, was irgendwie hinterherhinkt und gar nicht wirklich zu dem Leben passt, was wir führen… ich habe es selbst erlebt.

Wenn man feststellt, dass etwas nicht mehr passt, dann sollte man etwas ändern!

– Sovely Matters

Ich will nicht mehr nur reagieren! Ich will und kann mehr als das! Ich will leben! Ich will nicht lästern über andere, die sich nur beklagen, wie schlecht das Leben zu ihnen ist und sich nur in Schuldzuweisungen üben. Auf die Anderen zeigen. Das kann nicht der richtige Weg sein! Ich will bei mir anfangen. Im Kleinen. Erst einmal mich selbst retten.

Und übrigens: gestern habe ich es noch nicht für möglich gehalten, dass ich heute diesen Beitrag schreibe. Ich in der Politik?! Bislang unvorstellbar. Heute notwendig!

1. Schritt -> Entschluss mich zukünftig politisch zu involvieren.

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