Overload || Überlastung

|| English & deutschsprachige Version

Overload

At work we do have a mechanism called “overload announcement”. It’s supposed to protect the employees and say stop, when for what ever reason work is too much. Sounds clear and easy, right?! But seriously, who does really use this announcement, since it sounds like a complete failure?! It feels like a personal failure using it. Am I’m not good enough or capable to do my job?!

I work in the culture department of a townhall in a suburb of Hamburg. I’m busy with various aspects of culture for almost 25 years. I know what I’m doing. The city as employer is supposed to be a role model for the economy. Through my work as part of the staff council I learned it’s not at all. As I was new in this working surrounding, I was shocked of the circumstances. Nowadays I’m partly disillusioned, frustrated and I’m finally starting to turn angry.

I see an overload at work. It has never been different. I’m fighting against it since day one. I see the emergency brake called “overload announcement” and I understood I will be pulling it.

I am crowned with a Burn Out, which means that I have the obligation to watch out for myself (even more than what is normal to healthy people). In addition, I feel obligated to learn from it and share these lessons of life. When I share my experiences of the Burn Out syndrome, people look at me with with pity, once I state that it’s something lasting. I don’t see a cure. I understood, I can learn to live with it. That will always be an ongoing process and challenge. I have to adjust to circumstances and watch out to not fall into old pattern. I gotta watch out for myself, while my surrounding remains asking for more and more… There is no escape from this carousel as this is the construction our society built up for ourselves. We are trapped, expected to stick to these rules, while the carousel keeps spinning fast.

People expect me to have learned to say no, at the same time they don’t want to hear that one simple word.


Further to this, a Burn Out has been used as a fashion trend, it surrounds us everywhere. At the same time it’s a surprising and sad truth, that people have no real understanding how to deal with it, nor with people who are affected.

It is annoying to repeatedly bring up this issue of dealing with this depression, the burn out syndrome, as I don’t want to use it as an excuse. Further, I’d love to defend myself against being ill and getting swallowed by it. Sad truth: I broke down because of a Burn Out 3 years ago and I’m still suffering from it. I continue fighting. It can be wearing out. It’s still dominating my life. It’s a part of me and I know, I can’t ignore it or wipe it away.

Here I am again: crowned!I’m in a situation and see it coming again. I’ve been there before. I know better. It’s my first sleepless night. It’s one out of plenty signs my body is sending me. I’m aware once I crossed too many stop signs without taking a break and recovering, it’s going to hit me even harder. I’m already wearing this stigma.

Tonight I decided to use the emergency break at work. Through my work as staff council I’m aware that this doesn’t stop the train from running immediately. Still I need to use that mechanism I’m offered, as I don’t allow them to point their fingers at me. I’m not to be blamed for not saying anything. I give it a name.

Having written so, I have no idea what that means for MurmelMeister. I will have to keep away some pressure. Now that I see that clearly and excepted it, a lot of work is starting! I’m busy embracing my Burn Out and am cuddling with it.

Photo by Julius Silver on Pexels.com

Überlastung

Bei der Arbeit haben wir einen Mechanismus namens “Überlastungsanzeige”. Es soll die Mitarbeitenden schützen und stoppen, wenn aus irgendeinem Grund die Arbeit zu viel ist. Klingt klar und einfach, oder?! Aber im Ernst, wer nutzt diese Ankündigung wirklich, da sie sich wie ein völliger Misserfolg anhört?! Tatsächlich fühlt es sich wie ein persönliches Versagen an, es zu benutzen. Bin ich nicht gut genug oder in der Lage, meinen Job zu machen?!

Ich arbeite in der Kulturabteilung einer Stadtverwaltung eines Vorortes von Hamburg. Ich beschäftige mich seit fast 25 Jahren mit verschiedenen Aspekten der Kultur. Ich weiß was ich tue. Die Stadt als Arbeitgeber sollte ein Vorbild für die Wirtschaft sein. Durch meine Arbeit als Teil des Personalrates habe ich allerdings gelernt, dass dies überhaupt nicht der Fall ist. Als ich neu in dieser Arbeitsumgebung war, war ich schockiert über die Umstände. Heutzutage bin ich teilweise desillusioniert, frustriert und fange zudem endlich an, wütend zu werden.

Ich sehe eine Überlastung bei der Arbeit. Es war noch nie anders. Ich kämpfe seit dem ersten Tag dagegen an. Ich sehe die Notbremse namens “Überlastungsanzeige” und habe verstanden, dass ich sie ziehen werde.

Ich bin mit einem Burn Out gekrönt, was bedeutet, dass ich verpflichtet bin, auf mich selbst zu achten (sogar mehr als es für gesunde Menschen normal ist). Außerdem fühle ich mich verpflichtet, daraus zu lernen und diese Lektionen des Lebens zu teilen. Wenn ich meine Erfahrungen mit dem Burn-Out-Syndrom teile, sehen mich die Leute mitleidig an, sobald ich davon spreche, dass ein Burn Out etwas Bleibendes ist. Ich sehe keine Heilung. Ich habe verstanden, das ich lernen kann damit zu leben. Das wird immer ein fortlaufender Prozess und eine Herausforderung sein. Ich muss mich an die Umstände anpassen und aufpassen, dass ich nicht in ein altes Muster falle. Ich habe auf mich selbst aufzupassen, während meine Umgebung immer mehr verlangt… Es gibt kein Entrinnen aus diesem Karussell, da dies das Konstrukt ist, das unsere Gesellschaft für sich selbst aufgebaut hat. Wir sind gefangen und müssen uns an diese Regeln halten, während sich das Karussell immer schnell dreht.

Die Leute erwarten, dass ich inzwischen gelernt habe nein zu sagen, und gleichzeitig wollen sie dieses eine einfache Wort nicht hören.

Darüber hinaus wurde ein Burn Out als Modetrend verwendet, der uns überall umgibt. Gleichzeitig ist es eine überraschende und traurige Wahrheit, dass die Menschen nicht wissen wie sie mit der Krankheit und den Betroffenen umgehen sollen.

Es ist ätzend, dieses Problem des Umgangs mit der Depression, dem Burn-Out-Syndrom, wiederholt zur Sprache zu bringen, da ich es nicht als Entschuldigung verwenden möchte. Außerdem würde ich mich gerne dagegen verteidigen, krank abgestempelt zu sein und mich davon auffressen zu lassen. Traurige Wahrheit: Ich bin vor 3 Jahren wegen eines Burn-Outs zusammengebrochen und leide immer noch darunter. Ich kämpfe weiter. Es kann ermüden. Es dominiert immer noch mein Leben. Es ist ein Teil von mir, und ich weiß, ich kann es nicht ignorieren oder wegwischen.

Hier bin ich wieder: gekrönt! Ich bin in einer Situation und sehe es wieder kommen. Ich war schon mal dort. Ich weiß es besser. Es ist meine erste schlaflose Nacht. Es ist eines von vielen Anzeichen, die mein Körper mir schickt. Ich bin mir bewusst, dass es mich noch härter treffen wird, wenn ich zu viele Stoppschilder überquert habe, ohne eine Pause einzulegen und mich zu erholen. Ich trage dieses Stigma bereits.

Heute Abend habe ich beschlossen, die Notbremse bei der Arbeit zu nutzen. Durch meine Arbeit als Personalrat bin ich mir bewusst, dass dies den Zug nicht sofort am Fahren hindert. Trotzdem muss ich diesen Mechanismus verwenden, der mir angeboten wird, da ich ihnen nicht erlaube, mit den Fingern auf mich zu zeigen, um die Schuld bei mir zu suchen, ich hätte nichts gesagt. Ich nenne es beim Namen.

Dieses schreibend, habe ich keine Ahnung, was das für MurmelMeister bedeutet. Ich werde etwas Druck aus dem Kessel nehmen. Jetzt, wo ich das klar sehe und es akzeptiere, beginnt eine Menge Arbeit! Ich bin damit beschäftigt, mein Burn Out zu umarmen und damit zu kuscheln.

20 Comments

  1. T.

    Great Text Sovely, I see some parallels actually. Take care and say no!
    It is not the case, that I can say that consequently.
    Mostly it is a „n….yes, consider it done“

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  2. Reni´s Odds and Sods

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir raten, eine Reha in einer psychosomatischen Klinik zu machen. Ich war wegen Tinnitus dort und habe viele Leute mit Burnout kennen gelernt. Für mich hat der Aufenthalt mein Leben verändert.
    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Sovely Matters

      Hallo Reni, Kur hatte ich schon, Reha ist noch offen. Lieben Dank für den Tipp. Es ist doch erschreckend, wie groß die Anzahl an Menschen ist, die mit den modernen Stress-Krankheiten klar kommen müssen. Herzlichst, Sovely

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  3. afrikafrau

    Was du berichtest, fühlt sich nicht gut an. Deine Unsicherheit, einen Rückfall zu erleiden, ist groß, du willst bzw. du kannst das aber nicht zeigen, weil es nicht verstanden werden wird.
    Es ist eine Überforderung, um seine eigene Schwäche nicht zu zeigen. Fatal. Gehe einen anderen Weg überlege, was du anders machen könntest, beruflich, bestimmte zusätzliche Posten (Verantwortung) abzugeben. Du bist keine Hoch-Leistung Sportlerin. Kannst du längeren Urlaub nehmen?? Stoppe jetzt und nicht erst, wenn du ganz unten bist.Es gibt sicherlich eine Lösung, finde sie jetzt bitte- Fahre Aktivitäten zurück- jetzt
    Deine Worte lassen mich aufhorchen- Kann aber gut mitfühlen, kenne solch eine Situation, die Warnsignale nicht ignorieren- .

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    1. Sovely Matters

      Ich danke Dir für Deine herzlichen Ratschläge und den Beistand. Ich bin gerade am Runterfahren…

      Mit meinen “Schwächen” gehe ich offen um. Bei der Arbeit umso mehr, um zu zeigen, dass so etwas nicht passieren darf. Zwei wichtige Kämpfe für den Erhalt meiner Gesundheit, ein Finger in die Wunde des Systems. Ich stehe noch gut davor, aber umso wichtiger ist es den Absprung nicht zu verpassen… Herzlichst, Sovely

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  4. refoexac

    ☹️ … wie kann man so Verantwortung übernehmen, vor einem Hintergrund des immer währenden Zwangs ? Wehren kann man sich nicht mehr, weil man schon lange gekämpft hat und so bleibt nur die Hoffnung, es trotz allem Leid noch hinzukriegen. Endlose Müdigkeit, ich leide mit dir.

    Joe

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    1. Sovely Matters

      …ich halte mich noch, wenn auch in Nähe des Abgrunds, aber immerhin. Ja, ich bin eine starke Löwin und danke Dir sehr, für Deine ermutigenden Worte, lieber Joe. Herzlichst, Sovely

      P. S. Leider ja.

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  5. naturepoetrygirl

    Liebe Sovely. Ich wünsche mir für dich, dass du die Überlastung auf der Arbeit gemeldet hast, ohne dich schlecht zu fühlen. Das solltest du nicht!

    Klar, wir wollen oft perfekt sein, alles schaffen und uns nicht eingestehen, dass es zu viel ist.
    Ich habe auch mich analysiert wie ich in solchen Situationen reagiere, ich melde meist nicht und ziehe es durch. Warum? Warum ist es so schwer Nein zu sagen?

    Ich habe mir fest vorgenommen, zukünftig zu melden, wenn ich keine freien Ressourcen mehr habe und zu ergänzen, dass ich nichts mehr annehmen kann, da ich meine Qualität bei zukünftige Aufgaben nicht mehr sicherstellen kann. Mal sehen, wie es mir dabei ergeht.

    Achte auf dich, es ist nur ein Job, deine Gesundheit ist dein Ein und Alles. Alles Liebe, Rox

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    1. Sovely Matters

      Liebe Rox, ich danke Dir sehr für Deine Worte.

      Nein sagen geht noch, aber was ist, wenn “nein” nicht akzeptiert wird? Dann kommt man in die Verweigerung – und da wird es richtig interessant. Sofern man das schafft. Oder es folgen Gespräche, Umwege und, und, und…

      Ich arbeite weiter dran, dass ich wieder gesund werde und versuche durch das Teilen meiner Erfahrung den anderen Kollegen*innen zu helfen.

      Nochmals herzlichen Dank für Deine Anteilnahme. Herzlichst, Sovely

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    2. naturepoetrygirl

      Liebe Sovely, ich wünsche dir viel Kraft für den weiteren Weg.

      Zum Thema Verweigerung eines Neins: ohne die genauen Hintergründe zu kennen, hängt das für mich wieder damit zusammen, dass man sich auch ein Arbeitsumfeld suchen sollte, das einem gut tut und auch den Menschen in einem sieht. Obwohl das in der heutigen Zeit leider sehr schwer geworden ist 😦

      Alles Liebe! Rox

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    3. Sovely Matters

      Dankeschön liebe Rox, ich kann Dir da nur zustimmen. Vieles liegt natürlich am Arbeitumfeld, einiges aber auch an einem persönlich. Denn letztendlich mache ich ja mit, soweit… Manchmal hat man seine Lektionen zu lernen. Ich hoffe, ich bekomme das hin.

      Dankeschön, für Deine Anteilnahme und unterstützenden Worte.
      Herzlichst, Sovely

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