Trümmerteilchen

German debris particles || Trümmerteilchen

Part 1/2 || Teil 1/2

A girl hastens through the streets. Her clothes are simple and worn out. She runs and runs. Away from this place. Cold sweat is with her, wherever she is going.

All around her, the streets are bombed. Where once houses stood, shops, streets and sidewalks it’s all dead and gone. In another time, children carelessly played “heaven or hell” on these sidewalk, but nowadays – nothing is left. It’s all gone. Wiped out. It all turned into ash and rubble. Back in time it was full of life, now there only is space for the atrocities of war.

Martha barely senses her surrounding. It has been too much of everything and too much of nothing. The sun is shining over her, but the light can’t comfort her. The cold darkness of fog surrounds her. It’s damp. Dust, the only left over of this neighborhood, hangs in the air. Irritating her eyes and lungs. Biting stench.

The ground beneath her is soaked with blood and history. The ground is shaky. Her ears hurt from the incessant noise of death, the hail of bombs, the silence of the screams, the partly still blazing fire, which extinguishes many more lives and supposed leftovers.

She can’t deal with it, not now. She’s on the run. Fear is her companion. She’s running for her life. They may not catch her. She needs to continue running and hiding. She is scared to death. “Run Girl” the words echo in her head.

She feels darkness surrounding her. A scary presence. Deadness. She strides for her life.

She keeps running. Martha runs. He is following her. She saw his shadow hunting her down. She has to hide. She stops and enters the remaining parts of a house. Ruins. Bare walls and above her only sky, no protective roof. She hastens through the rubble. Martha is out of breath. She notices her own breathing is too loud, it could betray her. Protectively, she holds her hand in front of her mouth. She needs to pull herself together. In a split second, she captures her environment. To the left of her she sees in the corner in front of the debris wall the remains of a bunk bed bar made of iron. With her hands, she digs a hole on the bottom, somewhere in these left overs, somewhere in the dirt, between sand and stones. She lays down in her hideout. Black hole. Time to focus breathing again. She slows her breath down. She calms down. Now all she feels is her own heartbeat. Everything around her collapsed or is destroyed. An ear-numbing noise. Martha covers her ears with her hands, but it doesn’t want to go quiet. Not inside her either. A voice in her mind brings her back to this ugly presence. “Who are you running away from?”

So far, it’s just been a scary feeling. She feels her pursuers. She feels hunted like a shy animal. Too often she is on the run. She knows this feeling well, being hunted. But whoever pursues her concretely, she does not know as of yet. It is the Nazis, she simply knows, although she has no real face to it yet. “Face your enemy” the words are echos in her head. “Find out who is hunting you.” She now needs to know. She leaves her safe hiding spot. She has to face her fear. She can’t run away all life to be caught up again and again. She doesn’t want to remain a victim.

She hears the monotonous clattering of machine guns in the distance. It almost seems ordinary. That’s how normal the war has become. She is somehow used to this. She tiptoes to the window or to what ever is left there. Carefully, she glances through the hole in the wall to get a glimpse of her pursuer.

There he is. He walks straight up to her. His sensors are sharpened. He is a dark, imposing figure. He wears a long heavy grey Nazi coat. His blonde hair is shaken, slightly tousled and heavy by dust. He smells like death. His eyes steel-blue and cold. Martha see his piercing blue eyes only. She looks straight into those eyes and the blood in her body immediately start to freeze. The last thing she feels is coldness to destroy all life around her.

Martha opens up her eyes again. Terrified. She is back in the presence. She had never experienced this story herself. She’s not a child of war. And yet it is part of her reality. Unfortunately, she knows this dream well. It has accompanied her for many years. Nightmare: Martha running away from the Nazis. She knows this feeling. Again and again she goes through this fear and the pain. Her very personal nightmare.

But what does it have to do with her? It takes a long time until she finds out who is hunting her down. She recognize her pursuer. Yet not knowing that she would meet him at some point in her real life…

Dear native English speakers, please forgive my bad English story telling. My emotions has gone wild in this context….” ||Sovely Matters

Trümmerteilchen

Das Mädchen hastet durch die Straßen. Ihre Kleidung ist einfach und verschlissen. Sie rennt und rennt. Nur weg von hier, von diesem Ort. Deutlich spürt sie den Angstschweiß.

Um sie herum sind die Straßen zerbombt. Dort wo einst mal Häuser standen, Einkaufsläden, Straßen und Gehwege, auf denen in einer anderen Zeit die Kinder sorglos „Himmel oder Hölle“ spielten, breitet sich Nichts aus. Alles ist weg. Ausgelöscht. Zu Trümmern, Schutt und Asche geworden. Was einst lebendig war, ist den Gräueltaten einen Krieges gewichen.

Martha nimmt ihre Umgebung kaum war. Die Sonne scheint über ihr, aber das Licht dringt nicht zu ihr durch. Die Dunkelheit eines Nebels umgibt sie. Feuchte Kälte. Der Staub, der von den Gebäuden übrig ist, hängt in der Luft und kratzt ihre Augen und Lunge. Dazu der beißende Gestank.

Der Boden unter ihr ist mit Blut und Geschichte getränkt. Sie spürt wie der Boden zittert. Ihre Ohren schmerzen vom unaufhörlichem Lärm des Todes, der Bombenhagel, das Verstummen der Schreie, das teils noch lodernde Feuer, was noch viel mehr Leben und vermeintliche Reste auslöscht.

Sie kann sich damit nicht beschäftigen, nicht jetzt. Es würde sie lähmen. Das kann sie sich nicht leisten. Sie ist auf der Flucht. Angst ist ihr Begleiter. Sie rennt um ihr Leben. Sie darf ihnen nicht in die Hände fallen. Nein. „Mädchen lauf“, hallen die Worte in ihrem Kopf.

Sie spürt die Präsenz, die Kälte, wie sie nach ihrem Leben trachtet.

Also läuft sie weiter. Martha läuft. Er ist auf ihren Spuren. Sie muss sich verstecken. Sie biegt ab und betritt ein Haus bzw. das, was von diesem übrig geblieben ist. Kahle, nackte Wände und über ihr direkt der Himmel, kein schützendes Dach. Sie hastet durch die Trümmer. Martha ist aus der Puste. Ihr eigener Atem ist zu laut und könnte sie verraten. Schützend hält sie ihre Hand vor den Mund. Sie muss sich zusammenreißen. In einem Bruchteil einer Sekunde erfasst sie ihre Umgebung. Links neben ihr steht in der Ecke vor der Trümmerwand die Reste eines Etagenbettgestells aus Eisen. Mit den Händen gräbt sie sich hier ein Loch zwischen den Trümmer, der Erde und den Steinen. Sie legt sich hinein, in ihr Versteckt und konzentriert sich erneut auf ihren Atem. Sie verlangsamt ihn, wird ruhiger. Jetzt spürt sie nur noch den eigenen Herzschlag. Alles in ihrer Umgebung fällt in sich zusammen und ist oder wird zerstört. Das ist ein Ohrenbetäubender Lärm. Martha hält sich die Ohren zu, aber es will nicht still werden. Auch in ihrem Kopf nicht. Ein Schrei in ihren Gedanken holt sie in ihre Gegenwart zurück. „Vor wem läufst Du weg?“

Bisher war es nur ein beängstigendes Gefühl. Sie spürt ihre Verfolger. Sie fühlt sich getrieben wie ein scheues Tier. Zu oft befindet sie sich auf der Flucht und ist am Laufen. Aber wer sie da konkret verfolgt, das weiß sie nicht. Es sind die Nazis, das weiß sie einfach, wenn gleich sie bislang kein konkretes Gesicht vor Augen hat. „Stelle dich dem“ hallt es in ihrem Kopf „Siehe dir an, wer dich verfolgt“. Sie will es nun wissen. Jetzt.

Also kommt sie wieder raus aus ihrem sicheren Versteck. Sie muss sich ihrer Angst stellen. Sie kann nicht ihr Leben lang weglaufen, um immer wieder eingeholt zu werden. Sie will keine Getriebene sein.

Sie vernimmt das monotone Knattern von Maschinengewehren in einiger Entfernung. Fast schon kommt es ihr gewöhnlich vor. So normal und gegenwärtig ist der Krieg geworden. Sie geht zum Fenster, bzw. zu dem, was übrig geblieben ist. Vorsichtig blickt sie durch das Loch in der Wand, um einen Blick auf ihren Verfolger zu werfen.

Da ist er, und er kommt direkt auf sie zu. Seine Sensoren sind geschärft. Er ist eine düstere, imposante Gestalt. Er trägt einen langen schweren grauen NS-Mantel. Sein blondes Haar ist schütter, etwas zerzaust und schwer von Staub. An ihm haftet der Tot; seine Augen stahlblau und kalt. Martha kann sie sehen, sie blickt direkt in diese Augen hinein, und das Blut in ihren Andern gefriert. Das Letzte was sie spürt ist diese Kälte, die um sie herum alles Leben vernichtet.

Martha reißt ihre Augen wieder auf. Erschrocken ist sie zurück in der Gegenwart. Sie hatte diese Geschichte selbst nie erlebt. Sie ist kein Kriegskind. Und doch ist es für sie Realität. Diesen Traum kennt sie leider zu gut. Er begleitet sie seit vielen Jahren. Albtraum: Martha auf der Flucht vor den Nazis. Sie kennt das Gefühl. Immer wieder durchlebt sie diese Angst und den Schmerz. Ihr ganz persönlicher Albtraum.

Aber was hat sie damit zu tun? Erst spät offenbart sich, wer sie konkret verflogt. Sie sieht und erkennt ihn wieder, ihren Verfolger. Nichts ahnend, dass sie ihm auch irgendwann in ihrem realen Leben treffen würde.

9 Comments Add yours

  1. Marion says:

    Erinnerungen…
    Auch ich habe zur Nazi-Zeit ein Leben gehabt, bin in diesem Leben an den Ort zurück gekehrt um mich zu erinnern. So wie dir dieser Mann mit den stahlblauen Augen in diesem Leben wieder begegnete. Nur hatte er jetzt keine Macht mehr über dich. Du bist einfach gegangen. Gejagt von den Schrecken der Erinnerung, des in dir gespeicherten. Er verherrlicht offensichtlich immer noch das, was ihm Macht gab, damals. Aber nicht mehr über dich.

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    1. Spannend, ja und der Aspekt der Macht auch. Heute hat das Ganze in der Tat keine Macht mehr über mich. Es ist sogar so, dass seit der Erkenntnis sich auch meine Albträume eingestellt haben. Eine wirklich krasse Erfahrung.

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    2. Marion says:

      Es liest sich so, dass es eine krasse Erfahrung war, ja!
      Super, dass die Albträume damit aufgehört haben 👍

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    3. Du kennst es bestimmt das Gefühl, wenn man nach Antworten gräbt, damit man ein besseres Verständnis erlangen kann… intensiv. Danke Dir Marion für Deine Teilnahme und Deine Worte hier.

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    4. Marion says:

      Ja, da hast du recht. Ich hab intensiv gegraben und Antworten gefunden. Letztendlich will das Leben dennoch einfach gelebt werden 😉
      Es kommt nicht so häufig vor, dass jemand so etwas erlebt und darüber spricht. Da musste ich einfach kommentieren.
      Ich habe zwar über meine Erfahrungen immer mal wieder gesprochen, aber es gibt kaum jemanden, der da irgendwie folgen kann.

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    5. Und da freue ich mich sehr drüber!

      Ich schicke Dir ganz viel Kraft und freue mich wirklich sehr über diese Begegnung mit Dir hier.

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    6. Marion says:

      Danke, ich hab mich auch gefreut!
      Wir lesen uns… 🙂

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  2. Marsi says:

    A powerful story, beautifully written.

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    1. thank you Marsi! That support means a lot me. Thanks for your contribution and for making this alive.

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